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Originaltitel: , deutscher Titel: FAUST

BILD Text Faust

RSL 2011 - 134 Min. - OdtF - Regie: Alexander Sokurov - Drehbuch: Alexander Sokurov, Marina Korenewa - Kamera: Bruno Delbonnel - Schnitt: Jörg Hauschild - Musik: Andrey Sigle - DarstellerInnen: Johannes Zeiler, Anton Adassinsky, Isolda Dychauk, Georg Friedrich, Hanna Schygulla u. a.

Professor Doktor Faust sucht beim Sezieren einer Leiche vergeblich nach der Seele im Körper. Der Universalgelehrte muss feststellen, dass die naturwissenschaftlichen Erkenntnisse, von denen er in seiner Jugend geschwärmt hat, keine ausreichenden Angaben beinhalten, wie die Welt oder das Leben wirklich sind. Daraufhin sucht der Doktor in seinem ewigen Streben nach Wissen ein philosophisches Gespräch mit einem Pfandleiher. Auch Faust ist nicht frei von den Fängen der Liebe. Der vielseitig Gelehrte begehrt die junge Margarete. Doch das Liebesglück droht zu zerbrechen, als Faust während eines Streits in einem Weinkeller zwischen einem jungen Soldaten und dem Pfandleiher durch ein Missgeschick den Soldaten tötet. Dieser entpuppte sich als der Bruder von Margarete. Daraufhin schließt der Doktor einen verhängnisvollen Pakt mit dem Pfandleiher: Wenn dieser ihm zu einer einzigen Nacht mit Margarete verhilft, soll er dafür seine Seele erhalten. (filmkritik.de)

Alexander Sokurow verlegt Fausts Geschichte in das erste Drittel des 19. Jahrhunderts, in die Goethesche und postgoethesche Zeit des Biedermeiers, die bereits alle Krankheiten der Moderne kennt. Die Kamera schwebt über einer düsteren Landschaft und taucht tief in die schwülen, engen Gassen eines kleinen deutschen Städtchens ein (...) Im Reich des dicken Geldbeutels und der forcierten Träume verliert Faust, geführt von Mephisto, dem Wucherer, seine letzten Illusionen. Als guter Schüler seines dämonischen Doppelgängers wird er schnell den edlen Zweifel los werden und somit auch jegliche Gewissensbisse. Die Protagonisten tauschen ihre Rollen: Licht und Dunkel sind bloß zwei Seiten, die sich widerspiegeln.

(Michail Jampolski - russischer Kunst- und Kulturhistoriker, Philologe und Filmkritiker) 

In seiner Laudatio sagt Jury-Präsident Darren Aronofsky bei den Int. Filmfestspielen in Vendig 2011: "Es gibt Filme, die dich zum Träumen, zum Weinen, Lachen und Nachdenken bringen, und es gibt Filme, die dein Leben für immer verändern. Dies ist einer dieser Filme".

Sokurows FAUST ist nicht nur die Verfilmung von Johann Wolfgang von Goethes Klassiker, sondern auch eine radikale Neuinterpretation des Mythos. In deutscher Sprache mit österreichischen und deutschen Schauspielern gedreht, schuf der Regisseur einen FAUST, wie man ihn kennt, aber doch noch nie mit solcher Wucht auf der Leinwand gesehen hat.

Auszeichnung: Int. Filmfestspiele Venedig 2011 - Goldener Löwe für den Besten Film