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Originaltitel: Chez nous, deutscher Titel: Das ist unser Land

Chez nous
Das ist unser Land
BILD Text Das ist unser Land

FR/BE 2017 - 119 Min. - franz. OmU - Regie: Lucas Belvaux - Drehbuch: Lucas Belvaux, Jérôme Leroy - Kamera: Pierric Gantelmi d´Ille - Schnitt: Ludo Troch - Musik: Frédéric Vercheval - Kostüm: Dorothée Guiraud - DarstellerInnen: Emilie Dequenne, André Dussollier, Guillaume Gouix, Catherine Jacob, Anne Marivin u. a.

Pauline arbeitet als Krankenschwester in einer Kleinstadt im strukturschwachen Norden Frankreichs. Sie kümmert sich um ihren Vater und zieht ihre beiden Kinder allein groß. Ihre Glaubwürdigkeit will sich eine aufstrebende nationalistische Partei zu Nutze machen und wirbt sie als Kandidatin für die kommenden Bürgermeisterwahlen an. Der charismatische Arzt Dr. Berthier umschmeichelt Pauline und überredet sie zu kandidieren. In ihrem Beruf täglich mit sozialen Missständen konfrontiert, lässt sie sich von seinen populistischen Ansichten mitreißen, in der Hoffnung, in der Lokalpolitik etwas bewirken zu können. Ihr sozialistisch geprägter Vater ist bestürzt über den Gesinnungswandel seiner Tochter. Als Pauline endlich erkennt, dass sie nur eine Marionette in Dorgelles und Berthiers perfidem Spiel ist, scheint es bereits zu spät zu sein.

Anders als in seinem Roman, der in aller Deutlichkeit von politischen Morden und den (neo-)faschistischen Tendenzen des »Patriotischen Blocks« erzählt, hält sich Leroy in »Das ist unser Land!« sogar ein wenig zurück. Er und Lucas Belvaux nähern sich mit Pauline den nationalistischen und populistischen Bewegungen unserer Zeit von außen an. Und gerade dadurch offenbart sich das enorme Verführungspotenzial von Parteien wie dem RNP.

"... Der Spielfilm analysiert, wie sich die Rechtsextremen eine anständige, bürgerliche Fassade geben, um Wähler zu gewinnen. Wie junge, aalglatte Politprofis den Wahlkampf durchplanen. Wie offen rassistisches Vokabular verbannt wird, um niemanden zu verschrecken. Aber auch, wie eng die Verbindungen zu gewalttätigen Rechtsradikalen sind, von denen sich die Partei aus Imagegründen abgrenzen will. (...)" (Salzburger Nachrichten)