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Originaltitel: Lina, deutscher Titel: Lina

BILD Text Lina

AT 2017 - 90 Min. - OdtF - Regie: Walter Wehmeyer - Drehbuch: Walter Wehmeyer - Kamera: Wolfram Wuinovic - Schnitt: Christine Dériaz, aea - Musik: Gyeong Ju Chae - DarstellerInnen: Sarah Born, Johannes Schüchner, Benjamin Muth, Michaela Ehrenstein, Gerhard Rühmkorf u. a.

Die 19-jährige Schauspielschülerin Carolina Obertimpfler gilt als eine der schönsten Frauen der Stadt. Im Kreis des Schriftstellers Peter Altenberg begegnet Lina dem bereits bekannten Architekten Adolf Loos und nimmt seinen spontanen Heiratsantrag sofort an. Nach einer Phase großer Nähe entwickelt sich die Ehe für sie zu einer bedrückenden Erfahrung, denn hinter ihrem kindlichen Gesicht verbirgt sich eine starke Persönlichkeit. Im gemeinsamen Freundeskreis begegnet Lina dem freiheitsliebenden und sie leidenschaftlich umwerbenden Maturanten Heinz Lang. Als Loos die Liebesbeziehung entdeckt, fordert er eine Entscheidung. Während Loos zu einem Auftraggeber in die Schweiz fährt, versucht Lina in einer entlegenen Waldhütte zur Besinnung zu kommen und einen Entschluss zu fassen.

Der Film spürte den Ereignissen nach, die dazu führten, dass sich die erst 23- jährige Lina Loos zur Trennung entschloss. Gefühlvoll inszenierte Studie einer jungen Frau, die in ihrer Ehe Abwertung und Verunsicherung erlebte. Gedreht u.a. im von Loos gebauten Haus Scheu.

Die Reduktion der Frau auf ihren Körper löste bei Lina Loos heftige Kritik aus. Sie galt in ihrer Jugend als eine der schönsten Frauen Wiens, die von den Männern eben deswegen umschwärmt, dabei aber als denkende Person nicht wahrgenommen wurde. Sie prangerte dieses Faktum später zynisch an: „Schönsein wird überhaupt stark überschätzt, man hat eigentlich nur Scherereien davon." („LINA LOOS oder Wenn die Muse sich selbst küsst“ von Lisa Fischer, Böhlau)

Ich kann Ihnen zu diesem sehr persönlichen und stimmungsvollen Film nur gratulieren.“ (Karl Markovics)