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NIGHT STILL UND BELLAVISTA

Elke Groen NightStill - 2007, F, 9 Min. Peter Schreiner Bellavista - 2006, sw, OmdtUT, 117 Min. Buch: Peter Schreiner, Giuliana Pachner - Kamera, Schnitt, Ton: Peter Schreiner. - Produktion: echt.zeit.film, Peter Schreiner -Mit: Giuliana Pachner, Bernardina Piller-Puicher, Ermina Colle-Tiz, Barbara Pachner, Diana Pachner, Gino Sacco Comis, Luigi Kratter, Marina Casanova Borca, Kaur Jasvir u.a.

Nightstill von Elke Groen ist eine knapp neunminütige filmische Vermessung der Dachsteinregion in den österreichischen Alpen. Von brüchigen Sounds begleitet ziehen eilige Wolkenschwärme über die Kuppen des Dachsteingebirges. Hinter Fenstern einsamer Bergstationen blinken Lichter wie Morsezeichen. Gondeln zischen als fremde Flugobjekte vorüber. Dicke Nebeldecken packen Felsen ein. Ein Windrad dreht durch. Hie und da erscheinen Menschen Phantomen gleich im Schneeweiß. Der Mond steigt, glüht, stürzt, verschwindet und geht doch immer wieder auf. (Isabella Reicher) Das norditalienische Sappada (Pladen, Plodn) ist einer der letzten Orte, in denen der Osttiroler Dialekt Plodarisch noch gesprochen wird. Ein abgelegenes Dorf in den Karnischen Alpen, geprägt von bäuerlicher Lebensweise, Katholizismus, Tourismus, der Kultur einer sprachlichen Minderheit. Hier steht das Hotel Bellavista und hier traf Peter Schreiner auf seine Protagonistinnen Giuliana, Bernardina und Erminja. Bellavista ist also so etwas wie ein Porträt: das eines Ortes, das dreier Frauen, das einer Kultur, die im Verschwinden begriffen ist. Schreiner setzt die Umgebung mit minimalstem technischen Aufwand ins Bild. Kamera, Ton und Schnitt erledigte er selber. Er filmte auf Video und in Schwarzweiß. Von hier ist Giuliana, die jüngste der drei Frauen, geflohen (und Jahre später ist sie wieder hierher zurückgekehrt), von hier gingen Bernardina und Erminja, die beiden Alten, nie fort. So wie Schreiner die Landschaft und das Dorf meist nur in Fragmenten zeigt, so setzt er auch die Frauen ins Bild. Bellavista ist ein Plädoyer für ein Kino, das Eindrücke sammelt, das seinen Protagonistinnen Zeit gibt zu erzählen, zu schweigen - und uns die Zeit zuzuhören, zu beobachten, zu assoziieren. Schreiners Kino schafft einen Raum der aufmerksamen Wahrnehmung, befreit von „der Notwendigkeit, zu reden, Erklärungen zu liefern“, denn Film, so sagt er, das ist „Schweigen mit Bildern. Die Bilder fangen dann ohnehin von selbst zu sprechen an.“ (Barbara Pichler)