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VICTOR - (PENDANT QU'IL EST TROP TARD)

Bild: VICTOR - (PENDANT QU'IL EST TROP TARD)

F 1998 - Farbe - 90 Min. - franz. OmU
Regie & Drehbuch: Sandrine Veysset nach einer Novelle von Denis Beloc - Kamera: Helene Louvart - DarstellerInnen: Lydia Andrei, Jeremy Chaix, Mathieu Lane, Skan Guenin u. a.

Ein 10jaehriges Kind alleine in der Nacht. Kleiner roter Mantel mit Kapuze, Schulmappe am Ruecken. Was vor seiner Flucht geschah, hat man gesehen, ohne es wirklich zu verstehen, ohne zu wagen, zu verstehen. Victor irrt durch die Strassen und haelt an, angezogen von den Lichtern eines Jahrmarktes. In der Manege sucht er sich ein glaenzendes Flugzeug aus und dreht sich, bis er das Bewusstsein verliert. Mick, ein junger Schausteller, bringt ihn zu seiner Freundin Triche, die sich gerade wie jeden Abend die Augen schminkt und fertigmacht, um auf die Strasse zu gehen.

Aufmerksam und vorsichtig verfolgt die Kamera das unzerstoerbare Band, das Victor mit Triche verbindet. Die Genauigkeit der Beobachtungen und die Schoenheit vieler gestohlener Momente konstituieren ein sehr reifes Kino von der Einfachheit der Blicke und der Gesten. Man erkennt das grosse Talent der Regisseurin an vielen Details: Ihr Gespuer bei der Besetzung, ihre Faehigkeit, die Poesie der alltaeglichen Dinge spuerbar werden zu lassen und die meisterhafte Inszenierung des Jahrmarktfestes.

Der kleine Junge auf der Flucht und die Hure mit dem grossen Herz, die einander lieben werden, ihre Einsamkeit vereinen - ein bekanntes Motiv. Doch die poetisch-realistische Inszenierung von Sandrine Veysset ('Gibt es zu Weihnachten Schnee?') macht Victor zu einem aussergewoehnlichen Film.