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LUMUMBA

Bild: LUMUMBA

RD KONGO/F 2000 - 122 Min. - Farbe - franz. OmU
Regie: Raoul Peck - Drehbuch: Pascal Bonitzer, Raoul Peck - Kamera: Bernard Lutic - Schnitt: Jaques Comets - Musik: Jean-Claude Petit - DarstellerInnen: Eriq Ebouaney, Alex Descas, Théophile Moussa Sowie, Maka Kotto u. a.

"Sag den Kindern nicht alles. Sie würden es nicht verstehen." Mit diesem Satz beginnt Raoul Pecks schockierende Biografie über einen der kämpferischsten und höchst idealistischen Premierminister des ehemaligen Kongo, Patrice Lumumba. Nachdem der Kongo 1885 zum persönlichen Eigentum des Königs Leopold II. von Belgien wurde, regierten Hunger, Zwangsarbeit und Gewalt das Land. Etwa die Hälfte der gesamten Bevölkerung sollen unter seinem Regime gestorben sein.

1960 wurde Lumumba der erste Regierungschef des unabhängig gewordenen Staates. Zwei Monate lang. Von den Amerikanern als Kommunist hingestellt und von den Belgiern wegen seinem Kampf gegen die koloniale Ausbeutung gefürchtet, wurde er gestürzt, nach einem Fluchtversuch verhaftet und am 17. Januar 1961, nicht einmal sieben Monate nach seiner Vereidigung, mit 36 Jahren hingerichtet. Und doch hatte er mit seinen Worten und Taten seinen weissen Gegnern soviel Angst gemacht, dass sie ihn nach seiner Ermordung zersägten, in Säure auflösten und seine Kleidung verbrannten, damit ja nichts mehr von ihm übrig bleibe. Lumumba war ein Mann mit Visionen und Träumen von einem befreiten, selbstbestimmten und vereinten Land gewesen, der sich auch nicht scheute, dies kund zu tun. In einer Antwort auf die Rede des belgischen Königs nannte er die Kolonialherrschaft Unterdrückung, die Unabhängigkeit ein Ergebnis des eigenen Kampfes und die Freiheit ein Recht. Seine Redefreiheit und sein ungebrochener Kampfgeist waren dann auch letztendlich sein Todesurteil.

Regisseur Raoul Peck stellt mit diesem Film auch die Frage, was Demokratie, Einheit, Nation, Recht und Gesetz bedeuten, wenn Konflikte zwischen Menschen und ethnischen Gruppen die öffentlichen Debatten ersetzt haben? und beantwortet sie noch fast im gleichen Atemzug selbst: "Ich erlebte erbarmungslose, politische Streitereien in einem Land, geprägt von einer Entwicklung, in der das Wort Demokratie nie über eine abstrakte Idee hinauskam."

In Zusammenarbeit mit Amnesty International - Gruppe Wels.