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GÖTTLICHE INTERVENTION

Bild: GÖTTLICHE INTERVENTION

F/PALÄSTINA 2002 - 92 Min. - Farbe - arab. OmU
Regie & Drehbuch: Elia Suleiman - Kamera: Mac-André Batigne - Schnitt: Véronique Lange - Musik: Mirwais, Natacha Atlas u. a. - DarstellerInnen: Elia Suleiman, Manal Khader, Nayet Fahoum Daher, Emma Boltranski u. a.

"I couldn't shoot in Palestine because other people were shooting!" Wer von Elia Suleiman wissen will, warum sich die Dreharbeiten zu INTERVENTION DIVINE während der 2. Intifada so nervenaufreibend und langwierig gestalteten, darf von ihm nichts anderes erwarten, als eine sarkastische Antwort.

INTERVENTION DIVINE ist ein loser Reigen absurder Momente im Angesicht des Krieges geworden, der den Zustand der Machtlosigkeit und allgemeinen Erstarrung auf komische Weise entlarvt. Auch die eigenen, sich in kleinen Scharmützeln gegenseitig aufreibenden Landsleute müssen sich dabei den beißenden Spott des Regisseurs gefallen lassen. Unter der bleiernen Grabesruh', die über den Städten Nazareth und Jerusalem lastet, die Suleiman ebenso minimalistisch wie schweigsam inszeniert, brechen immer wieder explosionsartig spektakuläre Gewaltphantasien hervor.

In höchstem Maß eigenwillig und kunstvoll inszeniert, mit einer grotesken Komik, die an klassische Stummfilme erinnert, ist INTERVENTION DIVINE zugleich eine eminent politische Arbeit: Ein Blick auf den israelisch-arabischen Konflikt, der keine der beiden Seiten aus der Verantwortung für die verfahrene Situation im Nahen Osten entlässt.

Auszeichnungen: Cannes 2002 - Preis der Jury, FIPRESCI-Preis; European Film Awards 2002 - bester nicht-europäischer Film

Elia Suleiman, geb. 1960 in Nazareth, lebte von 1981 - 1983 in New York. Später kehrte er als Gastvortragender an mehreren Universitäten, Kunstinstitutionen und Museen in die USA zurück, wo auch seine ersten beiden Kurzfilme entstehen. 1994 zieht er nach Jerusalem und baut im Auftrag der Europäischen Kommission eine Film- & Medienabteilung an der Bir Zeit-Universität auf. Wie sein erster Langfilm "Chronic of a disappearance" (1996) wurde auch sein zweiter Film mehrfach international ausgezeichnet.