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EINE FRAU ASIATISCHER HERKUNFT

A 2000 - 75 Min. - Farbe - DF
Regie & Drehbuch: Andreas Gruber

Der engagierte Filmemacher Andreas Gruber zeigt, wie sich am Thema 'Fluechtlinge' und 'Asylanten' immer wieder die Geister scheiden.

Ab dem Zusammenbruch des Kommunismus ist das Schimpfwort 'Gutmenschen' im Umlauf. Mit oesterreichischer Verspaetung taucht das Wort nun als Kampfvokabel in der heimischen politischen Auseinandersetzung auf. In einer sonderbaren Allianz benuetzen die politische Rechte, der Zeitgeist-Feuilletonist, aber auch die Zyniker der Machtpolitik das Schimpfwort vom 'Gutmenschen' und diskreditieren damit gleichermassen politische Forderungen nach gesellschaftlicher Solidaritaet.

An konkreten Schicksalen von Fluechtlingen an den Schengen-Aussengrenzen - von der spanischen Enklave Ceuta bis zur oesterreichisch/ungarischen Grenze - entzuendet sich ganz besonders heftig die politische Auseinandersetzung um die 'Gutmenschen'. Waehrend sich die Kritiker als 'politische Realisten' verstehen und damit moeglicherweise das Faktische zur Norm machen, setzen die als 'Gutmenschen' Beschimpften mit konkreten Hilfsprojekten (Integrationshaus etc.) ihre Hoffnung auf Veraenderbarkeit entgegen.

Zu Wort kommen u. a. die Superintendentin Gertraud Knoll, der Musiker Willi Resetarits, der Kulturberater Andreas Moelzer und der Psychoanalytiker Arno Gruen. ' Gerade in einer Zeit, wo faelschlicherweise von Repolitisierung gesprochen wird, gilt meine Aufmerksamkeit gesellschaftspolitischen Entwicklungen und Auseinandersetzungen, die mir von nachhaltiger Relevanz erscheinen. Dabei werden diese Auseinandersetzungen - wohl auch um Ohnmacht zu verbergen - auf einer symbolischen Ebene und mit bestimmten Reizvokabeln gefuehrt. 'Gutmenschen' ist so ein Wort, wobei man dem Wort nicht soviel Bedeutung schenken muss. Was aber dahinter, als politische Strategie, steht, ist sehr, sehr ernst zu nehmen. Als Alarmsignal ist aber zu werten, wenn man zunehmend oeffentlich und geradezu bekennerisch solidarisches Handeln für obsolent erklaert und solidarisch Handelnde laecherlich macht.' (Andreas Gruber)

Andreas Gruber haelt ein Kurzreferat zum Film, anschliessend findet eine Diskussion mit dem Regisseur statt.