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ARIEL

Bild: ARIEL

Finn. 1988 - Farbe - 74 Min. - finn. OmU
Regie & Drehbuch: Aki Kaurismäki - Kamera: Timo Salminen - Schnitt: Raija Talvio - Musik: Olavi Virta, Rauli Somerjoki, Melrose, Bill Casey, Esko Rahkonen, Peter I. Tschaikowskij, Taisto Tammi, Dmitri Schostakowitsch - DarstellerInnen: Turo Pajala, Susanna Haavisto, Matti Pellonpää, Eetu Hilkamo, Erkki Pajala, Matti Jaaranen, Hannu Viholainen u. a.

ARIEL ist grob gesagt ein Film über ein Cabrio und dessen Verdeck. Dieses gehört Taisto, einem ehemaligen Bergarbeiter, der entlassen wurde. Und dann sind da noch Irmeli, eine geschiedene Mutter, und Mikkenon, ein wegen Totschlages verurteilter Häftling. Mehr ist über den Inhalt nicht zu sagen, da der Film weitaus mehr zu bieten hat.

Er zeichnet sich aus durch die wortkargen, unverblümten Dialoge und viele unerwartete Verwicklungen. Aber auch noch so überraschende Szenen werden dargestellt, als würde das nun mal so sein und jeden Tag passieren. Teilweise ist die Atmosphäre des Films so still, dass einen sogar der Fall einer Billardkugel erschrecken kann.

Zwischen den einzelnen Figuren entwickelt sich schon nach der ersten Begegnung eine tiefe Verbundenheit, vielleicht weil sie ein ähnlich tristes Schicksal teilen. So sagt Taisto bereits wenige Stunden nach der Begegnung mit Irmeli, sie würden jetzt für immer zusammen bleiben, und damit ist alles klar. Die Beziehung wird nicht als die grosse Liebe dargestellt, eher als zweckmässig und selbstverständlich, hat aber trotz allem einen Hauch Romantik.

Kaurismäki kommt wie immer ohne Umschweife zur Sache und vergisst dabei nicht seine üblichen Seitenhiebe auf Bürokratie und Paragraphen. ARIEL beginnt wie ein Arbeiter-Film und erinnert gegen Ende fast an einen Gangsterfilm der späten 50er Jahre.

Der finnische Regisseur zeigt uns viele seiner Filmszenen im Dunkeln, zeigt die Schattenseiten des Lebens und der Menschen. Aber niemals ohne die guten Seiten. In all seinen Figuren und Szenen scheint auch doch immer das Positive durch. Trotzdem ARIEL wie die meisten seiner Filme eine düstere Grundstimmung hat, endet er wie fast alle glücklich. Selbst wenn dies auch in der Dunkelheit stattfindet. Damit zeigt er, dass auch die Dunkelheit etwas Schönes haben kann. Gekrönt wird dieses Happy-End von der finnischen Version von ãSomewhere over the RainbowÒ, dem Synonym für die Verwirklichung und Erfüllung von Träumen.

Auszeichnungen: Fipresci-Preis der Int. Filmkritik und Preis Bester männlicher Hauptdarsteller (Turo Pajala) Moskau 1989