Programmkino Wels Logo

Das Kino im Zentrum

Pollheimerstraße 17, 4600 Wels

VOD Logo

Navigation

PRIVATE

Bild: PRIVATE

2003 - 90 Min. - Farbe - arab. /engl. /hebrä. OmU
Regie: Saverio Costanzo
Drehbuch: Saverio Costanzo, Sayed Qashua, Camilla Costanzo, Alessio Cremonini
Kamera: Luigi Martinucci Schnitt: Francesca Calvelli
Musik: Alter Ego
DarstellerInnen: Mohammed Bakri, Lior Miller, Tomer Russo, Arin Omary, Hend Ayoub, Karem Emad Hassan Aly, Marco Alsaying, Sarah Hamzeh u. a.

Mohammes B. lebt mit seiner fünfköpfigen Familie im Niemandsland zwischen einem palästinensischen Dorf und einem israelischen Militärstützpunkt. Die israelische
Armee beschliesst, diesen strategisch wichtigen Ort einzunehmen. Da Mohammed sich jedoch weigert, sein Haus zu verlassen, nimmt man eine beinahe undenkbare Zonen-Aufteilung vor: Der obere Stock wird zum Militärlager, den unteren Stock bewohnt die Familie, die weiterhin ihren alltäglichen Verpflichtungen nachgehen darf, die Nacht aber im Aufenthaltsraum eingesperrt verbringen muss. Das Betreten des oberen Stockwerkes ist der Familie ab sofort bei Strafe verboten, und Besuche sind auch nicht mehr erlaubt.

Die einzelnen Familienmitglieder reagieren unterschiedlich auf die Anwesenheit der Besetzer. Die permanente Auseinandersetzung mit den Eindringlingen erweist sich für die Familie als harte Prüfung.
Das Doku-Drama PRIVATE basiert auf einer wahren Begebenheit und erzählt von einer kleinen Welt, in der das Private politisch, das Politische privat geworden
ist. Ein dicht inszeniertes und spannendes Kammerspiel, das durch das Verlagern des Nahost-Konflikt auf wenige Quadratmeter ungewöhnliche Einsichten widerspiegelt.
Regie hat mit Saverio Costanzo ein Italiener geführt, der bisher vor allem im dokumentarischen Bereich gearbeitet hat. Für seinen ersten langen Spielfilm hat er sich die beratende Mitarbeit des palästinensischen Schriftstellers Sayed Qashua in dem kleinen Autorenteam gesichert, das das Drehbuch während eines sechsmonatigen Aufenthalts in Israel verfasste. Zusätzliche Authentizität wird durch die prominenten palästinensischen-israelischen SchauspielerInnen garantiert. So ist Mohammed Bakri, der Darsteller des Vaters, nicht nur einer der bekanntesten Schauspieler Palästinas, er hat auch selbst bei dem Dokumentarfilm „Jenin, Jenin“ Regie geführt, der von der israelischen Zensur verboten wurde. Und als Soldaten agieren junge Film- und TV-Stars aus Israel. Gedreht wurde auf exterritoralem neutralen Gebiet, in Kalabrien.
„Der Italiener Saverio Costanzo übernimmt in seinem Debütfilm mit Einfallsreichtum die von Angst beherrschte Perspektive seiner palästinensischen Figuren und lotet spielerisch die Chance ziviler Lösungen auf ideologisch vermintem Terrain aus.“ (Der Spiegel)

Auszeichnungen: Goldener Leopard für den Besten Film & Auszeichnung für Mohammed Bakri als Bester Schauspieler - Internationales Filmfestival Locarno 2004 / FIPRESCI-PREIS - Internationales Filmfestival San Francisco 2005 / Bester Schauspieler Mohammed Bakri - Internationales Filmfestival Buenos Aires 2005

Ein Film der Reihe „Menschenrechte sind unteilbar“ in Zusammenarbeit mit Amnesty
International - Gruppe Wels.