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TAKE YOUR TIME - TAKE MY TIME

Astrid Ofner Sag es mir Dienstag -2007 - F & sw, - 26 Min
Tim Sharp The Green Bag -2007 - F - 7 Min
Josef Dabernig, Isabella Hollauf Aquarena - 2007 -, F - 19 Min
Siegfried A. Fruhauf Night Sweat - 2007 - sw -10 Min
Ben Pointeker. ..... .:.:...:::ccccoCCoooo:: - 2007 - f- 9 Min.
Michael Aschauer 24/7 (Into the Direction of Light) - 2008 - F- 9 Min

Die in diesem Programm versammelten, sehr unterschiedlichen und eigenwilligen Werke vereint die Tatsache, dass sich die AutorInnen jeweils viel Zeit dabei lassen, detaillierte Beobachtungen anzustellen. Das Medium Film wird sowohl eingesetzt, um die Zeit rein subjektiv, als auch objektiv/mathematisch zu vermessen. Alles Menschliche hat ein Ende. Der Dichter Franz Kafka verbrachte 1920 einige Tage mit seiner Geliebten Milena Jesenská in Wien. Auszüge aus dem Briefverkehr rund um dieses Treffen bilden zusammen mit Musik von Anton von Webern die Tonspur zu Astrid Ofners fragilem Super-8-Film Sag es mir Dienstag. In Tim Sharps minimalistischer Dokumentarstudie The Green Bag übernimmt das titelgebende Plastiksackerl die Hauptrolle. Von einer Hotelterrasse in Gondor, Äthiopien, aus filmt Sharp das Spiel des Windes und der Passanten mit einer herumwirbelnden, grünen Tasche. Es entspinnt sich eine faszinierende Choreografie des Zufalls. In Aquarena baden ein Mann und eine Frau an unterschiedlichen Orten. Ihr Schwimmen unterlegt einen Exkurs in kulturelle, biologische und technische Welten des Wassers. Das Schwimmbad mitten am Dorfplatz und die Patina einer Kuranstalt verschmelzen mit Klängen des Violoncello und historischem Textmaterial zur Reinhaltung der Gewässer zu einem so elegischen wie komischen Film. Night Sweat von Siegfried A. Fruhauf macht sich die Mängel analogen Hi-8-Videomaterials als Qualitäten nutzbar. Zu einem Soundtrack, der zwischen minimalistischen Beats und druckvollem Noise mäandert, rückt er den Mond in strukturalistischer Manier ins Bild. „Es birgt einen großen Reiz, sich damit zu beschäftigen, wie ein Medium, dessen innerstes Wesen das Licht ist, versucht die Nacht auf die Leinwand zu bringen." (Siegfried A. Fruhauf) Ein komplexes Spiel aus filmhistorischen Verweisen konstruiert Ben Pointeker in seinem wahrlich „dunkeln“ Filmdrama mit dem wohl ungewöhnlichsten Titel der Schau: . ..... .:.:...:::ccccoCCoooo::. In dem elliptisch erzählten, atmosphärisch dichten “Lichtspiel-Drama" wird eine düstere Stimmung etabliert, wobei das Publikum mehr erahnen und erinnern muss, als es faktisch sehen und hören kann. Mehr wird nicht verraten! Auf das Dunkel der Nacht folgt helllichter Tag. Für die strukturelle Zeitstudie 24/7 richtete Michael Aschauer auf einer griechischen Insel seine fix montierte Kamera eine Woche lang für 24 Stunden täglich auf den Horizont. In geraffter Form führt das Naturschauspiel zu einem gleichmäßig verlaufenden Bilderstrom, in dem ein beständiger, monorhythmischer Farb- und Helligkeitswechsel erfolgt.