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META FILM

Michaela Schwentner la petite illusion (2006, F, 4 Min)
Lotte Schreiber Borgate (2008, F, 15 Min)
Dietmar Offenhuber Paths of G (2006, F, 1:30 Min)
Michaela Grill & Martin Siewert cityscapes (2007, sw, 16 Min)
Johann Lurf VERTIGO RUSH (2007, F, 19 Min)
Norbert Pfaffenbichler Mosaik Mécanique (2007, sw, 9 Min)
Ella Gallieni Horse Camp (2008, sw, 11 Min)

Die Arbeiten, die in diesem Programm zusammengefasst sind, beziehen sich allesamt auf andere, historische Filme. Die Strategien der einzelnen AutorInnen im Umgang mit dem filmischen Erbe sind dabei höchst unterschiedlich und reichen von klassischen Found Footage-Positionen bis hin zu komplexen, digitalen Dekonstruktionen. Keine Angst vor großen Namen beweist Michaela Schwentner in der Collage-Minitatur la petite illusion, in der sie Meisterwerke des französischen Kinos zu einem lyrisch-abstrakten Bilderreigen verdichtet. In Borgate (ital.: Vorstadt) nähert sich Lotte Schreiber filmisch dem römischen Stadtviertel „Don Bosco“ an. In diesem - unter Mussolini geplanten und in der Nachkriegszeit gebauten - Wohnviertel wurden unter anderem Filmklassiker wie Mamma Roma (Pasolini, 1962) oder La Dolce Vita (Fellini, 1960) gedreht. In der Studie Paths of G analysiert Dietmar Offenhuber eine Szene aus Kubricks Erster-Weltkriegs-Drama Paths of Glory (1957). Diese hochkomplexe filmische Analyse - die mithilfe eines Computerprogramms zur Überwachung von öffentlichen Plätzen erstellt wurde - erscheint im schlichten Gewand einer geometrisch-abstrakten Schwarzweiß-Animation. cityscapes entstand auf Basis einer Live-Mehrfachprojektion mit Musik. Historische Wien-Aufnahmen geraten in der digitalen Bearbeitung von Michaela Grill zu einem pulsierenden und grieselnden flow aus Schemen von Menschen und Architektur, zu flächigen Strukturen und Bewegungsvektoren, bis am Höhepunkt das Riesenrad zu Siewerts wall of sound zu tanzen beginnt. Johann Lurfs fulminanter VERTIGO RUSH greift auf den von Hitchcock für den gleichnamigen Spielfilm entwickelten „Vertigo“-Effekt zurück. Während die Kamera nach vorne fährt, wird das Zoom synchron in die entgegengesetzte Richtung geöffnet. Er konstruierte eine computergesteuerte, auf Schienen montierte Kamera um systematisch die visuellen Veränderungen dieses Effekts bei stetig ansteigender Geschwindigkeit zu erproben. In Mosaik Mécanique von Norbert Pfaffenbichler sind sämtliche 96 Einstellungen eines Chaplin-Films simultan im Loopmodus auf der Leinwand zu sehen. Analog zu diesem Verfahren hat der Komponist Bernhard Lang den Soundtrack gestaltet, in dem er eine historische Aufnahme eines mechanischen Klaviers zerschnitt und übereinander schichtete. Ella Gallienis Horse Camp ist ein Film über Zwischenräume, Wartezeiten, über Vordergrund und Hintergrund. Menschen schlafwandeln gleich Gespenstern durch die Korridore eines Filmstudios, dazwischen erotische, beiläufige und aggressive Begegnungen. Nicht einmal die Narration bietet mehr einen Halt, wenn am Ende, in einem ausführlichen Godard-Zitat Bild, Tonspur, Übersetzung und die Gesichter der DarstellerInnen in mehrfacher Hinsicht asynchron zueinander sind