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DIE DÜNNEN MÄDCHEN

Bild: DIE DÜNNEN MÄDCHEN

Regie: Maria Teresa Camoglio - Kamera: Sophie Maintigneux - Mit Sonja, Susanne, Elisa, Lisa, Isi, Karin, Madalena, Anne, Cora, Hilke und Curly

Die Dokumentation begleitet den Alltag von acht jungen Frauen zwischen 18 und 29, die in einer Therapie-Einrichtung für Magersüchtige in der Lüneburger Heide leben.

DIE DÜNNEN MÄDCHEN lässt seine Protagonistinnen ausführlich zu Wort kommen und niemanden sonst. Immer wieder versuchen diese in Interviews und Therapiesitzungen zu erkunden und zu erklären, warum sie sind was sie sind: magersüchtig. Sie sind bereit, ihr Leben zu ändern, und versuchen, ein normales Essverhalten zu erlernen, doch das ist alles andere als einfach.

Maria Teresa Camoglio nähert sich den jungen Frauen sehr behutsam. Diese bringen große Bereitschaft mit, von sich zu erzählen: Wie alles begann, warum sie sich in die teuflische Spirale der Nahrungsverweigerung begeben haben, wie faszinierend die Kontrolle über ihr Leben anfangs war. Dabei fällt auf, dass es für jede Frau einen anderen Auslöser gegeben hat. Ergänzt werden die Beobachtungen durch selbst gedrehte Videos der jungen Frauen, die Einblick in die Abgründe ihrer Erfahrungen geben.

Für ihre Kameraarbeit wurde Sophie Maintigneux in der Kategorie Dokumentation des „Deutschen Kamerapreises" ausgezeichnet.

Die Filmemacherin Maria Teresa Camoglio hat zwei Monate in der Klinik verbracht, um einen Einblick in die Seelenzustände zu vermitteln, die zu dieser Krankheit führen. Bewusst auf die Meinungen von Experten verzichtend, hat sie neben ihren Gesprächen die Mädche und Frauenn mit dem Flamenco und der Betrachtung von Edvard-Munch-Bildern konfrontiert, die nicht zum regulären Programm der Klinik gehören. Dabei gelang ihr die eindrucksvolle Momentaufnahme eines Genesungsprozesses. „Anorexie, die bewusste Verweigerung der Nahrungsaufnahme und Selbstzerstörung vor aller Augen bis zum Hungertod ist in unserer Gesellschaft des materiellen Überflusses und medialer Zurschaustellung die symptomatischste aller Krankheiten. In ‚Die dünnen Mädchen‘ geht es nicht um Models, Fashion oder Celebrities. Es geht um einen Schrei nach Hilfe." (Maria Teresa Camoglio)

Maria Teresa Camoglio, geboren in Sassari/Sardinien, studierte Fotografie und graphische Techniken und arbeitete als Dozentin für Fotografie in den Kunstinstituten Sassari und Alghero, bevor sie ein Studium an der Deutschen Film und Fernsehakademie Berlin begann. Anschließend drehte Maria Teresa Camoglio zahlreiche Fernsehfilme als Autorin und Regisseurin, darunter die Tragikkomödie „Bandagistenglück" (1996) und das TV-Drama „Hand in Hand" (2001/2002).

Am Donnerstag, 7. Oktober findet nach der Filmvorstellung ein Gespräch mit MitarbeiterInnen des Frauengesundheitszentrum Wels statt. Im Kinofoyer laden ein Bücher-Infotisch und kulinarische Köstlichkeiten zum Verweilen ein.