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CARLOS

Bild: CARLOS

F/D 2009 - 187 Min. - span. / engl. OmU - Regie: Olivier Assayas - Drehbuch: Dan Franck, Olivier Assayas - Kamera: Yorick Le Saux, Denis Lenoir - Schnitt: Marion Monnier, Luc Barnier - Ton: Nicolas Cantin - DarstellerInnen: Édgar Ramírez, Alexander Scheer, Nora von Waldstätten, Christoph Bach, Ahmad Kaabour, Julia Hummer u. a.

In den Siebzigern jagt die Welt ein Phantom: Carlos, alias Ilich Ramírez Sanchez, auch genannt "der Schakal”. Er ist ein Top-Terrorist des Kalten Krieges - brutal und eitel. 1975 verantwortete er den Anschlag auf das OPEC-Hauptquartier in Wien, in den Jahren darauf regierte er als kaltblütiger Mörder und effizienter Manager organisierter Gewalt. Dreißig Jahre später erzählt Olivier Assayas die Geschichte des Berufsrevolutionärs, in dessen Händen die Fäden des globalen Terrorismus zusammenliefen. (Josef Lederle)

Wer aber war und ist der Mensch Carlos, der mindestens acht Morde begangen haben soll und sich selbst mit 83 Morden brüstet? Der Film zeichnet ein vielschichtiges, auch widersprüchliches Bild. Am Anfang kann man Carlos für einen überzeugten Revolutionär halten, doch seine Eitelkeit und Gier treten immer stärker hervor. Er ist autoritär und skrupellos, lebt wie ein Playboy und agiert wie ein Unternehmer - ein Kapitalist.

Dieses schillernde geheimnisvolle Leben hat Assayas in ein monumentales, in der Langfassung mehr als fünfstündiges Werk verwandelt. Wir zeigen die von Assayas selbst geschnittene Filmversion von187 Minuten.

Carlos insinuiert zwar eine Art Déformation professionelle, aber er enthält sich jeder psychologischen Ausdeutung und moralischen Bewertung. Auch das macht ihn zu einem großen Film.

OLIVIER ASSAYAS , geb. 1955 in Paris, studiert Literatur und ist von 1980 - 1985 Redakteur der "Cahiers du cinéma”. Dreht ab 1979 Kurzfilme und schreibt ab 1985 Drehbücher.1986 entsteht sein erster Film "Désordre”. Seine Filme (z. B. L´Enfant de l´hiver, Irma Vep, Demonlover, Clean) werden auf internationalen Filmfestivals, wie auf der Viennale, gezeigt.