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Originaltitel: Wild, deutscher Titel: Wild

BILD Text Wild

DE 2016 - 97 Min. - OdF - Regie: Nicolette Krebitz - Drehbuch: Nicolette Krebitz - Kamera: Reinhold Vorschneider - Schnitt: Bettina Böhler - Ton: Christoph Schilling - Musik: Terranova, James Blake - DarstellerInnen: Lilith Stangenberg, Georg Friedrich, Silke Bodenbender, Saskia Rosendahl, Kotti Yun, Laurie Young, Pit Bukowski, Nelson und Cossa u.a.

Auf dem Weg zur Arbeit hat Ania (Lilith Stangenberg) eine seltsame Begegnung. Mitten im Park steht sie einem Wolf gegenüber. Sie sehen sich direkt in die Augen – und es kommt ihr so vor, als wäre ihr bisheriges Leben ein Witz. Der Moment lässt sie nicht mehr los, genau wie der Gedanke, den Wolf wieder zu finden und nie mehr gehen zu lassen. Ania wird zur Jägerin, legt Fährten und schafft es, das wilde Tier zu fangen. Sie sperrt es in ihrer Hochhauswohnung ein - und sprengt sämtliche Fesseln ihres bisherigen bürgerlichen Lebens. Erstaunlicherweise finden die Menschen um sie herum daran Gefallen, besonders ihr Chef Boris (Georg Friedrich), der ihre Nähe sucht wie nie zuvor. Fast scheint es, als teilten sie alle eine ähnliche, geheime, wilde Sehnsucht.

Meine Figur ist eine einsame, tapfere junge Frau, die sich in Beziehungen bewegt, die abgekühlt sind. Als dann diese Begegnung mit dem Wolf passiert, riecht sie plötzlich, was Leben bedeuten kann, so würde ich es beschreiben. Sie begibt sich in eine lebensgefährliche Situation, als sie das Raubtier in die Wohnung holt.

Im übertragenen Sinn hat mir die Figur gezeigt, wie man ausbrechen kann aus einem Leben, in dem Werte wie Sicherheit, langes gesundes Leben, Vorsorge, Bausparen und so weiter vorherrschen – man muss sich ja nur umgucken in unserer europäischen Gesellschaft. Diese Person hat die Sehnsucht auszubrechen, sich wie eine Bombe ins eigene Leben zu werfen, sich freiwillig in einen lebensbedrohlichen Ausnahmezustand zu begeben, Auge in Auge mit einem Raubtier. Diese Sehnsucht kann ich ganz gut nachvollziehen. Gleichzeitig habe ich diese Radikalität nicht in meinem Leben. Aber das macht die Figur so unwiderstehlich, eben weil sie diese Entscheidung trifft auszubrechen, die Karten neu zu mischen, ihre Umgebung genau so zu definieren.

Es gibt nicht viele Menschen in meinem Umfeld, die sich einfach nehmen, was sie wollen. Die sind ganz rar, aber immer furchtbar attraktiv. Das war die Rolle für mich ebenfalls von Anfang an. Da ist jemand, die trifft eine Entscheidung.“ Die Schauspielerin Lilith Stangenberg über ihre Figur.