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Originaltitel: 12 Years A Slave, deutscher Titel: 12 Years A Slave

12 Years A Slave
BILD Text 12 Years A Slave

USA 2013 - 134 Min. - engl. OmU - Regie: Steve McQueen - Drehbuch: John Ridley – Kamera: Sean Bobbitt – Schnitt: Joe Walker – Musik: Hans Zimmer - DarstellerInnen: Brad Pitt, Paul Dano, Chiwetel Ejiofor, Michael Fassbender, Benedict Cumberbatch, Quvenzhané Wallis u. a.

Der gebildete Afro-Amerikaner Solomon Northup lebt ein einfaches aber glückliches Leben als freier Mann im Staate New York Mitte des 19. Jahrhunderts. Als zwei ihm unbekannte Männer den virtuosen Geigenspieler für einen Auftritt engagieren und danach noch auf einen Drink einladen, hegt er keinerlei Misstrauen. Umso kafkaesker ist dann der nächste Morgen, als er sich in einem Kerker wiederfindet, in Ketten gelegt, fertig für den Transport auf ein Sklavenschiff in Richtung Louisiana. Er wurde verkauft und muss in Zukunft unter unmenschlichsten Bedingungen als Sklave schuften.

Das eindringliche Drehbuch von John Ridley basiert auf der realen, schier unglaublichen Lebensgeschichte des Solomon Northup, der sie damals nach seinen Erlebnissen biographisch niederschrieb.

Steve McQueen erzählt konsequent aus der Perspektive eines Misshandelten, macht aber trotzdem nicht den Fehler, die Unterlegenen einzig als bemitleidenswert darzustellen. Die Tableaus sind wunderbar fotografiert (Kamera: Sean Bobbitt), die Kostüme von Patricia Norris und vor allem die Musik von Hans Zimmer versetzen einen eben in diesen südstaatlichen Raum: Die Tonspur ist erfüllt von dunklem Donnergrollen, Windgeräuschen, dem Zirpen der Grillen in den trockenen Wiesen, spirituellen Gesängen, immer wieder den Hammerschlägen, die beim Aufbau von Häusern oder Scheunen Nägel ins Holz jagen, Peitschenhieben, die auf Körper treffen. Der Sound untermalt die Emotionalität der Geschichte, verleiht dem ländlich-düsteren Süden dieser Zeit ein klangvolles Lokalkolorit, ohne in Kitsch abzugleiten.

Es ist unbedingt empfehlenswert, sich 12 YEARS A SLAVE im Original anzuschauen. Ja, ich würde noch weiter gehen: Synchronisation ist bei diesem Fall fast schon eine Sünde. Dem durchwegs hervorragend besetzten und spielenden Ensemble beim Südstaatenakzent zuzuhören ist ein Genuss, auch wenn man sich zu Beginn erst an die konsequente Verwendung des Wortes "Nigger" gewöhnen muss. All das wird mit der Synchronisation (und sei sie noch so gelungen) ausgelöscht bzw. bei "Nigger" in die Nähe des Lächerlichen gerückt. (Stephan Langer)

Auszeichnungen: Golden Globe 2014 – Bester Film