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Originaltitel: , deutscher Titel: Leviathan 2012

Leviathan 2012
BILD Text Leviathan 2012

USA/GB 2012 - 83 Min. - fast ohne Kommentar - Regie: Lucien Castaing-Taylor, Verna Parabel - Drehbuch, Kamera & Schnitt: Lucien Castaing-Taylor, Verna Parabel

Die beiden Anthropologen und Filmemacher Véréna Paravel und Lucien Castaing-Tayler begleiten in LEVIATHAN Fischer auf ihren mehrtägigen Fahrten vor der Küste New Bedfords. Anstatt jedoch einen Dokumentarfilm über die Fischerei zu drehen, schufen sie ein abstraktes und immersives Stück Kino: Wellen, Regen und die harte Arbeit lassen LEVIATHAN nicht zur Ruhe kommen. Die kleinen digitalen Kameras bewegen sich frei von jeglichen Beschränkungen: Sie werden geworfen, an Netze, Hände, Hüften und Köpfe festgebunden und zwischen den Fischern und Filmemachern hin und her gereicht.

Die dabei entstandenen Aufnahmen sind spektakulär. Mal tauchen die Kameras ins Wasser, bevor sie mit Gewalt wieder herausgerissen werden, mal befindet man sich inmitten eines Möwenschwarms, der über dem Boot fliegt. LEVIATHAN gelingt es auf herausragende Art und Weise, die Gewalt und Härte der Arbeit der Fischer einzufangen.

Es ist wohl das erste Mal in der Geschichte des Films, dass eine Kamera aus der subjektiven Sicht eines Fisches berichtet - umso faszinierender sind die Bilder, die geliefert werden, Noch betörender ist der Blick auf die fliegenden Möwen, die dem Kutter folgen, aufgenommen aus der "Sicht" eines Fischernetzes, das halb im Wasser, halb in der Luft hängt.

Nach wie vor gibt es viel zu entdecken - Leviathan ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einer Neuentdeckung dieses Mediums. Diese Art von Kunst lebt von großer Projektion in einem stillen Raum - dem Kino.