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Originaltitel: Deutschstunde, deutscher Titel: Deutschstunde

Deutschstunde
BILD Text Deutschstunde

DE 2019 - 125 Min. - OdtF - Regie: Christian Schwochow - Drehbuch: Heide Schwochow nach dem Roman von Siegfried Lenz - Kamera: Frank Lamm - Ton: Jörg Kidrowski - DarstellerInnen: Tobias Moretti, Johanna Wokalek, Levi Eisenblätter, Ulrich Noethen, Louis Hofmann, Sonja Richter u.a.

Der Zweite Weltkrieg ist vorüber. Im Norden Deutschlands sitzt Siggi Jepsen in einer Besserungsanstalt ein. Als er im Unterricht einen Aufsatz über die „Freuden der Pflicht“ verfassen soll, findet er keinen Anfang. Zur Strafe muss er die gestellte Aufgabe in Einzelhaft beenden. Als der Jugendliche zu schreiben beginnt, taucht er haltlos in seine Kindheitserinnerungen ein: Er erzählt von seinem autoritären Vater Jens Ole Jepsen, ein dem NS-Regime ergebener Dorfpolizist, der in den letzten Kriegsjahren seinem Freund, dem Maler Max Ludwig Nansen, ein Malverbot überbringen und dieses überwachen muss. Sein übersteigertes Pflichtbewusstsein treibt ihn zur radikalen Ausführung dieser Aufgabe an. Selbst seinen Sohn Siggi bezieht er in die Überwachung des Verbots mit ein. Aber auch der Maler setzt auf die Unterstützung des Jungen. Als Siggi beginnt, den Maler zu decken und seine Bilder zu retten, gerät er mehr und mehr zwischen die Fronten. Fragen nach Pflicht, Verantwortung und Menschlichkeit werden letztlich unausweichlich.

DEUTSCHSTUNDE soll eine Antwort auf die Frage geben, so formulierte Siegfried Lenz einmal, „wie geschehen konnte, was geschehen ist in diesem Land“. Der Roman erzählt auf sehr eigene Weise vom Zweiten Weltkrieg, vom Nationalsozialismus und der frühen Nachkriegszeit. Doch zugleich hat er etwas Parabelhaftes, ist nicht nur Rückschau, sondern überzeitliche Mahnung.

„Die Geschichte ist heute aktuell wie schon lange nicht mehr – in einer Zeit, in der Autokratien überall erstarken“, kommentiert Ulf Israel, auch Jutta Lieck-Klenke schätzt den Stoff ähnlich ein: „In Zeiten erneut aufkommender autoritärer Strömungen und Tendenzen gewinnt DEUTSCHSTUNDE fünfzig Jahre nach Erscheinen des Buches enorm an Aktualität. Ein Teil der deutschen Gesellschaft hat sich nach rechts bewegt. Wir müssen uns unbedingt weiter mit der autoritären Persönlichkeit auseinandersetzen.“