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Originaltitel: , deutscher Titel: Hannah Arendt

Hannah Arendt
BILD Text Hannah Arendt

DE 2012 - 113 Min. - OdtF/teilweise engl. OmU - Regie: Margarethe von Trotta - Drehbuch: Pamela Katz, Margarethe von Trotta - Kamera: Caroline Champetier - Schnitt: Bettina Böhler - Musik: André Mergenthaler - DarstellerInnen: Barbara Sukowa, Axel Milberg, Janet McTeer, Julia Jentsch, Ulrich Noethen, Michael Degen u. a.

Als Hannah Arendt 1961 in Jerusalem den Gerichtssaal betritt, um für den renommierten The New Yorker über den Prozess gegen den Nazi-Verbrecher Adolf Eichmann zu berichten, erwartet sie, auf ein Monster zu treffen. Stattdessen erlebt sie einen Niemand. Die geistlose Mittelmäßigkeit Eichmanns passt nicht zum abgrundtief Bösen seiner Taten. Dieser Widerspruch beschäftigt Hannah Arendt sehr. Zurück in New York liest sie hunderte Prozessakten, recherchiert, diskutiert mit ihrem Mann Heinrich Blücher und ihren Freunden. Ab Februar 1963 erscheint unter dem Titel "Eichmann in Jerusalem" ihre Artikelserie im The New Yorker. Mit ihrer These von der "Banalität des Bösen" schockiert Arendt die Welt. Die Reaktionen sind verheerend und niederschmetternd. Hannah Arendt wird geächtet, angefeindet, verliert lebenslange Freunde.

Dennoch bleibt sie konsequent bei ihrer Haltung, sie kämpft und scheut keine Auseinandersetzung, wenn es um für sie so wichtige Themen wie Totalitarismus und Macht geht. Denn sie will verstehen. Auch wenn das bedeutet, "dahin zu denken, wo es weh tut".

Hannah Arendt's Denken veränderte die Welt. Ihre gesellschaftspolitischen Schriften über totalitäre Systeme und Demokratie prägen bis heute unsere Sichtweise auf das 20. Jahrhundert und sind aus unserem Verständnis für politische Zusammenhänge - auch der aktuellen - nicht mehr wegzudenken. In ihrem Film HANNAH ARENDT beschäftigt sich Margarethe von Trotta erneut mit einer der Großen unserer Zeitgeschichte, interessiert sich aber nicht nur für das Phänomen Hannah Arendt, sondern vor allem für die Frau, die sich hinter der unabhängigen Denkerin verbirgt.

"Auch wenn es keine leichte Kost ist: Es war längst überfällig, das packende Leinwandportrait über die legendäre Philosophin Hannah Arendt. Souverän stellt Margarethe von Trotta Arendts Zeit im New Yorker Exil und ihre Berichterstattung über den Prozess gegen den NS-Bürokraten Adolf Eichmann in den Mittelpunkt ihrer Filmbiografie. Herausragend verkörpert Barbara Sukowa die unangepasste deutsch-jüdische Theoretikerin des 20. Jahrhunderts zwischen leidenschaftlichem Denken und Fühlen." (Programmkino.de)