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Originaltitel: 120 Battements par minute, deutscher Titel: 120 BPM

120 Battements par minute
120 BPM
BILD Text 120 BPM

UK/IR 2017 - 144 Min. - engl. OmU - Regie: Robin Campillo - Drehbuch: Robin Campillo, Philippe Mangeot - Kamera: Jeanne Lapoirie - Schnitt: Robin Campillo, Stephanie Leger, Anita Roth - DarstellerInnen: Nahuel Pérez Biscayart, Amaud Valois, Adèle Haenel, Ariel Borenstein u. a.

Die Lust zu streiten kann ein wichtiges Lebenselixier sein. Sie hält das Interesse wach an anderen genauso wie am politischen Geschehen. Campillos Film erzählt von einer Gruppe von Aktivisten der Anti-Aids-Bewegung im Paris der Neunzigerjahre. Im Dokudrama-Stil zeigt er, wie aus hitzigen Sitzungen Ideen für originelle Aktionen entstehen. Auch vor Gewalt scheut die Gruppe dabei bald nicht mehr zurück. Zunächst im Hintergrund, dann immer mehr im Zentrum steht die Liebe zwischen dem quirligen HIV-positiven Sean und dem stoischen Nathan, die den abstrakten Zielen schließlich eine tragische Dimension verleiht.

Der Regisseur und Autor Robin Campillo war selbst bei Act Up aktiv, und die gelebte Erfahrung merkt man seinem in Cannes gefeierten Film an. Ebenso mitreißend wie genau im Detail schildert »120 BPM« (die Zahl der menschlichen Herzschläge pro Minute) eine sozial und hinsichtlich der sexuellen Orientierung gemischte Szene, die kreativ und informiert um eine gemeinsame politische Praxis ringt. Der Film wirft die prinzipielle Frage auf, welche Mittel nötig und sinnvoll sind, um in einer gleichgültigen Gesellschaft die Interessen marginalisierter Gruppen durchzusetzen. Darüber hinaus erzählt »120 BPM« eine schwule Liebesgeschichte, die eine hinreißende Selbstverständlichkeit hat: sinnlich, sexy und vital fast bis zum Ende.

Robin Campillo, geboren 1962 in Mohammedia, Marokko, französischer Cutter und Drehbuchautor.